Folgende Berichte finden Sie hier:

Teil 16 - Schachtanlage König Ludwig VII/VIII

Teil 17 - Neues Mühlrad an der Wassermühle

Teil 18 - Video vom Einbau des Mühlrads

Teil 19 - Linie 3 - Straßenbahn in Suderwich

Teil 20 - Das Hilbringsche Hagelkreuz

Teil 21 - Suderwich, die Wiege der Ruhrfestspiele? Ein Fake?

Teil 22 - St. Barbara Kirche

Teil 23 - Grubenunglück auf König Ludwig

Teil 24 - Hamburg, die Ruhrfestspiele und eine halbe Seilscheibe

Teil 25 - Suderwicher Bahnhof

Teil 26 - Die König Ludwig Trasse

Teil 27 - Neue Brücke der KLT über die Röllinghäuser Straße

Teil 28 - Schutzhütte in der Brandheide

Teil 29 - Graffiti an der König Ludwig Trasse

Teil 30 - Kornbrennerei Schlüter

 

 

Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 16

Schachtanlage König Ludwig VII/VIII

Vielen ist sicherlich die Schachtanlage König Ludwig IV/V (hierzu wird es auch eine Folge geben), auf der Fläche des heutigen Gewerbegebietes Ortloh, zwischen der Suderwicher und Henrichenburger Straße, innerhalb der alten Zechenmauer, bekannt.
Aber es gab auch den Schacht VII/VIII, dies ist die dritte Schachtanlage von König Ludwig und sie befand sich kurz vor dem Ende der König-Ludwig-Trasse, wenn man von Suderwich kommt hinter dem Lidl auf der linken Seite. Aus dem Zechengelände wurde wie nach dem Bergbau üblich, ein kleines Gewerbegebiet.
Der Teufbeginn war 1928, in 438 m Tiefe wurde die erste Kohle erreicht, die 3. Tiefbausohle lag bei 606 m Tiefe. 1930 begann die Kohleförderung, 1931 wurde 792 m Tiefe erreicht. 1934 wurde eine Seilbahn installiert, die keine Skitouristen beförderte, sondern die Kohle von diesem Schacht zur Kokerei König Ludwig IV/V brachte. Diese Seilbahn wurde später über Becklem und Horneburg bis nach Oer-Erkenschwick, zum Schacht Ewald-Fortsetzung, weitergeführt.
Auch sehr interessant, ab 1955 war es möglich, wenn man in Oer-Erkenschwick in die Grube einfuhr, Richtung Süden über die Schächte König Ludwig VII/VIII, dann weiter über König Ludwig IV/V, weiter zu den Schächten König Ludwig I/II und VI bis zum Grullbadschacht zu kommen, um dort wieder zu Tage zu fahren.
Die Kohleförderung wurde am 15.06.1963 eingestellt. Von 1964 bis 1979 war hier eine Zweigstelle der Fachhochschule Bochum, Fachbereich Bauwesen und Vermessung, untergebracht.
Insgesamt machten 1234 Studenten hier ihre Abschlüsse als Bau- und Vermessungsingenieure sowie Architekten.

Schachtanlage König Ludwig VII VIII

Seilbahn zwischen der Schachtanlage KL VII/VIII und der Kokerei Suderwich.
Bild ist aus dem Buch "Unsere Zeche König Ludwig", leider ist dies vergriffen.

Zweigstelle der Universität Bochum, Fachbereich Bauwesen und Vermessung
Bild ist aus dem Buch "Unsere Zeche König Ludwig", leider ist dies vergriffen.

Lageplan der Schachtanlage
Ebenfalls aus dem Buch "Unsere Zeche König Ludwig"

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 17

Wassermühle Suderwich, neues Mühlrad

Heute, am 11.04.2020, wurde das neue Mühlrad an der Suderwicher Wassermühle angebracht. Es klappte sehr gut. Für den Tischler- und Zimmerermeister Heiner Schäfers von der Alten Grenzstraße 153 in Recklinghausen war es absolutes Neuland, der erste Auftrag zum Neubau eins Mühlrads. Es klappte hervorragend, von unserer Seite ein großes Lob an ihn.
Gegen 10:30 war die Firma vor Ort. Einige vorbereitende Arbeiten mussten getätigt werden, bevor das Mühlrad mit dem Kran auf einem Unimog in Position gebracht werden konnte. Auch dies klappte problemlos, nur das Mühlrad drehte sich nicht. Der Grund war schnell gefunden, der Bachlauf war in diesem Bereich verschlammt und zusätzlich hatte sich einiges an Holz dort angesammelt. Der Sohn der Besitzerin Elisabeth Flögel-Wiesemann, Lukas, nahm daraufhin gleich eine Furke in die Hand und sorgte mit Elan für den nötigen Freiraum.
Nach dem zweiten Versuch bewegte sich das Rad, die Lager wurden im Beton befestigt und nun hieß es Wasser marsch. Die Wasserrutsche wird erst in den nächsten Tagen angebracht, sodass das Mühlrad sich falsch herum drehte, aber es dreht sich wieder.
Es ist komplett aus Eiche gefertigt, sodass wir alle hoffen, dass es uns die nächsten Jahrzehnte erfreuen wird.

Weitere Fotos finden Sie hier: Neues Mühlrad Wassermühle

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 18

Wassermühle Suderwich, neues Mühlrad

Hier kann man ein Video sich anschauen, welches den Einbau des Mühlrads zeigt: Video Einbau Mühlrad

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 19

Linie 3, Straßenbahnen in Suderwich

Lange ist es her, doch noch nicht vergessen. Es gab, man glaubt es kaum, eine Straßenbahnlinie von Recklinghausen Hbf über Suderwich Bf nach Henrichenburg und von da aus weiter nach Datteln.
Ende des 19. Jahrhunderts breitete sich der Bergbau immer weiter nach Norden aus. Die Schachtanlagen, u. a. König Ludwig in Suderwich, brauchten Arbeiter. Das Mehr an Arbeitern wollte zur Zeche und wieder zurück nach Hause gebracht werden.
Die Vestischen Straßenbahnen wurden gegründet und versuchten, das gesteigerte Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Suderwich wurde mit der Linie 3 an Recklinghausen und Datteln angebunden.
1908 wurde der Betrieb aufgenommen, zuerst von Recklinghausen Hbf bis Suderwich Bf, später bis Henrichenburg und dann bis nach Datteln.
Die Strecke ging von Recklinghausen Hbf - Castroper Straße - Suderwich, Schulstraße, Brucherstraße,
Bf Suderwich - Henrichenburg (Kanal) - Datteln bis Datteln Loh. Die Länge betrug 16 km.
Zum 01.09.1957 wurde die Strecke Datteln – Henrichenburg stillgelegt, es folgte am 29.03.1960 die Strecke Henrichenburg - Suderwicher Heide bis auch das letzte Teilstück am 06.06.1962 bis Hbf Recklinghausen stillgelegt wurde.

Sicht von der Schulstraße Richtung Ehlingstraße. Die Fläche vorne rechts ist heute mit der Neuen Mitte Suderwich überbaut.

Henrichenburg, Haltestelle Dormunder Straße um 1940 mit der Linie 3: Foto: Peter Boehm aus dem Buch die Vestischen Straßenbahnen

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich/Essel, Teil 20

Das „Hilbringsche Hagelkreuz“

An der Grenze zwischen den Stadtteilen Essel und Suderwich zweigt von der Esseler Straße gegenüber dem Haus 71 ein unbefestigter Weg nach Osten ab, der nach ca. 1 km endet. An dieser Stelle befindet sich das „Hilbringsche Hagelkreuz“.
Im Jahre 1510 hatte ein Seelsorger Piper erwähnt, dass hier seit Urgedenken ein Hagelkreuz vorhanden war. Bei den sogenannten Hagelprozessionen trafen sich die Einwohner von Essel, sammelten Geld und Naturalien und verteilten diese Gaben an die Armen. Eine weitere Vermutung ist, das zu Christi Himmelfahrt Bittprozessionen zum Hagelkreuz stattfanden, bei denen um gutes Wetter (auf keine Fall Hagel, der zerstörte die Ernte) gebetet wurde.
Das heutige Kreuz wurde im September 2012 aufgestellt, es besteht aus Eichenbalken. Der Vorgänger des heutigen Kreuzes wurde am 13.05.1988 aufgestellt, es bestand aus Eichenbalken, die beim Umbau des Hilbringschen Hofes in Essel freu wurden und über 800 Jahre alt waren.
Das Kreuz steht neben einem Findling und einer Weide. Zwei Halterungen aus U-Stahl sind in den Betonsockel eingelassen und geben dem Kreuz einen festen Halt.
Weiterhin bemerkenswert ist, dass dieses Kreuz einen Standort markieren soll, an dem sich im Jahre 1940 im Grubenbetrieb des Bergwerks König-Ludwig ein schweres Grubenunglück ereignete.
Von dieser Seite noch einmal vielen Dank an Martin Hilbring, der die Finanzierung des neuen Kreuzes übernahm.
Im Anschluß an die Einweihung gab es einen Gottesdienst in der Hilbringschen Scheune und im Nachgang zu so viel geistiger Erbauung hatte der VV auch Verständnis für die körperlichen Bedürfnisse. Auch diese wurden, wie man sieht, bedient!
Die Fotos wurden bei der Einweihung des Kreuzes am 06.10.2012 gemacht.

 

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 21

Suderwich, die Wiege der Ruhrfestspiele ?? Ein Fake??


Der Winter zum Jahreswechsel 1946/47 war mit Temperaturen bis -30 Grad der härteste der Nachkriegszeit. Dazu kam, dass die Versorgung mit Kohle gelinde gesagt stockte, die Kohleförderung war am Boden und selbst wenn die Kohle gefördert war, fehlte es durch zerstörte Schienenwege, Lokomotiven, Wagen, Straßen und LKW`s an der Möglichkeit, diese zum Verbraucher zu bringen.
Auch das Hamburger Theater hatte seine Schwierigkeiten, trotz Bezugsscheinen war für die kulturellen Betriebe kein Heizmaterial zu bekommen, nicht nur die Schauspieler froren, sondern die Bühnentechnik stellte bei den Temperaturen den Betrieb ein.
Nun machte sich der Direktor des Theaters, Otto Burrmeister (Otto-Burrmeister Allee in RE :-) ) und mehrere Schauspielerkollegen mit zwei holzgasbetriebenen LKW´s auf den Weg in den Pott um Kohle zu besorgen. Die erste Zeche, die sie von der A2 aus sahen, war unsere Schachtanlage König-Ludwig IV/V. Hier brachten Sie gegenüber führenden Leuten der Zechenleitung ihr Anliegen vor, die sie dann, zu dem Zeitpunkt natürlich illegal (die britischen Besatzer hatten es unter Strafe verboten, Dritte mit Kohlen zu beliefern), mit Kohlen versorgten.
Es blieb natürlich nicht bei dieser einen Lieferung. Da die Bergleute kein Geld für die Kohle haben wollten, kam im Frühsommer 1947 eine 150 köpfige Abordnung des Hamburger Staatstheaters, (sogar der Hamburger Bürgermeister, Max Brauer, gehörte dazu) zum Zechenplatz von König-Ludwig IV/V. Hier machten die Schauspieler, um die schwere Arbeit unter Tage kennen zu lernen Grubenfahrten, und die Recklinghäuser wurden im Saalbau mit hochwertiger Theaterkultur entschädigt.
Bürgermeister Max Brauer prägte das Schlagwort „Kunst gegen Kohle“. Ihm war daran gelegen, dieses Ereignis regelmäßig zu wiederholen. Sein Satz in der Rede von der Förderbrücke der Schachtanlage war prägend für die Ruhrfestspiele:
„Festspiele nicht nur für Literaten und Auserwählte, sondern Festspiele inmitten der Stätten harter Arbeit. Ja, Festspiele im Kohlenpott vor den Kumpels“
Dem ist glaube ich nichts mehr hinzuzufügen ;-)
Bis auf einen Punkt, die Grundlage dieses Textes und viele Bilder sind aus dem Buch „Unser Zeche König Ludwig“, welches leider schon vergriffen ist.
Somit können wir zusammenfassen, der Titel war kein Fake, ohne Suderwich gäbe es keine Ruhrfestspiele :-)

Helmut Schäfer, der unvergessene Graphiker, hat die Zeche König Ludwig 4/5 und ihr Umfeld in einer Radierung verewigt.

Zeche König Ludwig 4/5 von der Merveldtstraße aus gesehen.

 
Der erste Spatenstich zum neune Festspielhaus mit Altbundespräsident Theodor Heuss am 02. Juni 1960
 
 
Grundsteinlegung zum neuen Festspielhaus durch Bundespräsident Heinrich Lübke in 1962
 
 
 

Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 22

St. Barbara Kirche


In Suderwich lebten um 1900 ca. 1500 Menschen (Stand heute ca. 12.000). Durch die Errichtung der Schachtanlage „Gewerkschaft König-Ludwig“ kamen sehr viele Bergarbeiter mit ihren Familien in unseren Ortsteil. Damit auch die auf der Suderwicher Heide wohnenden Katholiken ortsnah ihre Messe feiern konnten, wurde auf dem Gelände der Anne-Frank Schule, damals „Schule an der Henrichenburger Straße“, eine Notkirche errichtet. Dieses Provisorium wurde gut angenommen, doch wurde erwartet, dass in absehbarer Zukunft eine neue Kirche errichtet werden würde.
Der erste Spatenstich erfolgte allerdings erst am 19.10.1952, die Einweihung war am 20.06.1954. Das Kirchenschiff war sehr hell und wirkte somit einladend. Im ausgebauten Turm, der zuerst für den Pfarrer eine Wohnung enthielt, wurden später Gruppenräume eingerichtet.
Die Innenausstattung der Kirche wurde im Laufe der Jahre angepasst, es kamen u. a. ein Kreuzweg, eine Orgel und moderne Fenster des Künstlers Bodo Schramm hinzu.
1957 wurde St. Barbara selbstständig und war bis dies bis zur Fusion mit den Gemeinden Hl. Geist in Essel und St. Johannes im Jahr 2004.
2006 beschloss der Kirchenvorstand zusammen mit dem Bistum Münster sich von der St. Barbara Kirche zu trennen, was große Betroffenheit bei den Suderwichern auslöste.
Die Kirche wurde nach 57 Jahren in 2011 abgerissen. Heute stehen auf dem Gelände freistehende Einfamilienhäuser.
Der Abriß der Kirche ist von unserem Vereinsmitglied Heinz Großmann filmisch festgehalten worden. Das Video kann man sich hier anschauen: Video Abriß St. Barbara
Die Gemeinde St. Barbara erhielt als Ausgleich eine neue Kapelle, die an das Pfarrheim angebaut wurde. Die Fenster von Bodo Schramm fanden hier ein neues Heim, genauso wie die beiden Glocken „Maria“ und „Barbara“, die in einem ehemaligen Trafohäuschen neben der neuen Kapelle weiter läuten dürfen sowie der Kreuzweg der noch im Innenhof zwischen Kindergarten und Pfarrheim bewundert werden kann.

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 23

Grubenunglück auf König-Ludwig


Bei einem Grubenbrand mit nachfolgender Schlagwetterexplosion am 11. November 1940 starben 17 Bergleute. Dies war das schwerste Grubenunglück, welches die Suderwicher Zeche jemals getroffen hat.
Wie es 1940 leider üblich war, wurde dieses Unglück von der NSDAP propagandistisch ausgeschlachtet. Für das NS-Regime waren die Bergleute als „Helden der Arbeit“ an der Heimatfront gefallen. Hiermit sollte bewusst gemacht werden, dass sich ganz besonders die Bergleute in den Dienst des Krieges zu stellen hatten, die das kriegswichtige Gut Kohle abbauten.
Zum 50. Jahrestag des Grubenunglücks zitiere ich einige Auszüge aus der Rede von Horst Huckels, dem damaligen Vorsitzenden des VV`s:
„Wie ein Lauffeuer ging es in Windeseile von Mund zu Mund, von Haus zu Haus, der Pütt brennt. Angst und Ungewissheit verbreiteten sich. Tränen standen in vielen Augenpaaren der Angehörigen und Betroffenen. Als fast zehnjähriger Junge erlebte ich live mit: Um die Ecke war es Ilses Vater, auf unserem Hof der Onkel von Wilma, ein paar Straße weiter der Onkel von Hans-Jürgen …..
Wie kam es zu dem Unglück??
Verursacht durch ein defektes Transportband kam es im Kohleabbaugebiet zu einem Schwelbrand. Nachdem das Löschen fehlschlug, wurde die Grubenwehr informiert. Während diese Sicherungsarbeiten durchführte, entwickelte sich durch einen enormen Luftdruck eine Schlagwetterexplosion. Da alle Sicherungsmaßnahmen scheiterten, wurde die gesamte Abteilung mit Dämmen und Mauern verschlossen.
12 Kohlehauer und 5 Grubenwehrmänner ließen ihr Leben.
Auf dem Suderwicher Friedhof wurden 17 Grabsteinplatten mit den Namen der Bergleute verlegt und im Jahr 1950 von der Salzgitter AG als Zechenbetreiber ein Denkmal errichtet.
Nach 70 Jahren kündigte Salzgitter den Pflegeauftrag am Friedhof. Die Arbeitsgemeinschaft König Ludwig übernahm diese Aufgabe.
Die Grabsteinplatten mit einem Quader von der Bergehalde Ickerottweg wurde am Standort des Schachtes König-Ludwig VII/VIII aufgestellt.

 

 

 

 
Hier wird ein Grubenwehrmann abgebildet. Er kommt gerade aus einem Einsatz und ist an dieser Stelle angekommen, wo er wieder frische Luft atmen kann. Nachdenklich kniet er dort, noch ganz unter dem Eindruck des Schecklichen, das er erlebt hat.

Kirschblühte auf dem Suderwicher Friehof vor dem Denkmal!

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 24

Hamburg, die Ruhrfestspiele und eine halbe Seilscheibe


Hier taucht sicherlich die Frage auf, warum wir uns in dieser Serie mit einer halben Seilscheibe beschäftigen, die sich in Hamburg befindet.
Vor dem Besenbinderhof, zwischen Bürgersteig und Straße und unauffällig unter einem Baum stehend, weist die alte, halbe Seilscheibe auf Historisches hin.

Der Text auf der Gedenktafel:

"Seilscheibe der 1965 stillgelegten Gründerzeche "König-Ludwig" der Ruhrfestspiele Recklinghausen

Im harten Nachkriegswinter 1946/47 fuhren Hamburger Theaterleute ins Ruhrgebiet um Kohlen und Koks zu beschaffen. Bergleute der Zeche König-Ludwig aus Recklinghausen halfen den Künstlern. So konnte in den Hamburger Staatstheatern wieder gespielt werden. Zum Dank gastierten die Hamburger Bühnen im Sommer 1947 und in den Jahren darauf in Recklinghausen.
Näheres und Weiteres im coronafreien Bericht  Nr. 21.
Wo steht nun die zweite Hälfte dieser Seilscheibe? Die Suderwicher sind bestimmt schon hunderte Male daran vorbeigefahren, ohne dies bewußt zu bemerken, an der Gabelung Schulstraße/Ehlingstraße.

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 25

Suderwicher Bahnhof

Zur Entlastung des nicht mehr ausbaufähigen Eisenbahnnetzes im zentralen Ruhrgebiet baute der Staat Preußen um 1900 am Nordrand des Reviers die Hamm-Osterfelder Bahn. Eröffnet wurde die 71 km lange Strecke am
1.05.1905 und somit Suderwich an die große Welt angeschlossen, der Suderwicher Bahnhof ging in Betrieb.

Diese Eisenbahnlinie sollte die direkte Verbindung der großen Rangierbahnhöfe Hamm in Westfalen und Osterfeld Süd (bei Oberhausen) für langlaufende Durchgangsgüterzüge herstellen. Ein zusätzlicher Nutzen war der Anschluß von vielen Zechen, die durch die Nordwanderung des Bergbaus an dieser Strecke lagen.

Der Personenverkehr spielt immer nur eine untergeordnete Rolle, da die Bahnhöfe, bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Suderwich) teilweise weit entfernt von den Innenstädten angelegt wurden.

1985 wurde der Personenbetrieb auf der Strecke Recklinghausen HBf über Suderwich, Datteln, Waltrop nach Hamm Bf eingestellt.
Lange Jahre fristete er ein Schattendasein u. a. als Schifffahrtsmuseum, dann stand er lange leer und moderte vor sich hin.
Ein Investor wollte vor einigen Jahren den Bahnhof kaufen und wieder herrichten, wurde aber mit dem Eigentümer, Besitz der Bundeseisenbahnverwaltung mit Sitz in Bonn, nicht einig.

Im Herbst 2019 noch komplett zugewachsen, war im Dezember eine Firma zugange, die die Strom-, Kabel-, Wasser- und Abwasserleitungen in diesem Bereich suchte, das Gelände sollte verkauft werden. Dafür war es u. a. notwendig, die Bäume und Sträucher von unserem Bahnhof zu entfernen.
Was herauskam war leider nicht mehr sehenswert.
Das war es nun, nach 114 Jahren wurde unser Bahnhof kurze Zeit später abgerissen. Nun ist im wahrsten Sinne des Wortes Gras darüber gewachsen

Schade, dass die DB AG ein solches Gebäude so hat verkommen lassen.

Dies war das Hinweisschild für das im Bahnhof befindliche Schifffahrtsmuseum welches wir mit freundlicher Genehmigung von Dominik Armitage verwenden dürfen.


Nun ist Gras darüber gewachsen

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 26

König Ludwig Trasse

Unser schöner neuer Radweg der von Becklem kommt, durch Suderwich und Röllinghausen führt, dann die A2 und die Ortlohstraße quert und von dort über die Merveldtstraße, Emscher bis zum Rhein-Herne Kanal geht, hat eine ca. 165 Jahre alte Geschichte.

Um ca. 1855 gab es die ersten Probebohrungen nach Steinkohle im Recklinghäuser Süden bei denen man auf Steinkohle stieß.

Wegen fehlendem Kapital wurde dies bis nach dem Frankreichkrieg 1870/71 nicht weiter verfolgt. Durch die von Frankreich zu zahlenden Reparationszahlungen kam es nach 1871 zu einem Gründerboom, der es ermöglichte, sich intensiv um dem Kohleabbau in Recklinghausen zu kümmern.

Nach längeren Verhandlungen mit der Stadt Recklinghausen, die u. a. aufgrund hoher geforderter Grundstückspreise scheiterten, wurde von dem Bauer Hestermann am Stillbrink ein 10 Morgen, das entspricht 25.000 qm, großes Grundstück erworben. Dies war u. a. deshalb so attraktiv, weil, ich zitiere: Die „Communalen Steuern in Suderwich ungleich geringer als die der Stadt Recklinghausen“ waren.

Man merke, Suderwich war selbstständig und noch nicht von Recklinghausen vereinnahmt worden (dazu wird es einen eigenen Bericht geben ;-)).

Die o. g. Fläche wird heute als Gewerbegebiet u. a. von den Firmen Remex und Matena belegt.           Haus König-Ludwig ist sicherlich vielen ein Begriff. Die Radler und Wanderer die die Trasse nutzen, kennen sicherlich die Pechhalle.

1885 wurde eine eigene Eisenbahnverbindung von dort nach Recklinghausen errichtet und später nach Norden bis zur Zeche König-Ludwig IV/V in Suderwich. Nach dem Bau des Dortmund-Ems-Kanals (1894 – 1899) wurde ein Stichkanal von Henrichenburg bis Herne gebaut (heute Rhein-Herne-Kanal). Dort wurde nun der Hafen König-Ludwig errichtet, der Endpunkt der KLT.

Die Strecke wurde auch zur Personenbeförderung genutzt, die Bergleute pendelten zwischen den Zechen. Die Trasse wurde später von König-Ludwig IV/V bis König Ludwig VII/VIII (Lidl in Suderwich) über Becklem (im Moment leider Ende des Radwegs) bis zur Schachtanlage Haard in Oer-Erkenschwick verlängert. 

Der VV Suderwich-Essel wird auch bei der noch zu erfolgenden Beschilderung der KLT beteiligt. Wir haben ganz konkrete Vorschläge unterbreitet. Die Stadt Recklinghausen hat uns vor einer Woche ihre Planung zugesandt.


Auffahrt KLT an der Merveldtstraße


Impression von den Bauarbeiten, hier die Lager für die Fernheizleitung unter der Brücke über die Hamm-Osterfelder Strecke.


Friedhelm Steckel, unser Suderwicher "Geschichtsprofessor", mit seiner Bergbautruppe bei der Aufstellung der Lok an der ehemaligen Schachtanlge KL VII/VIII.


VV Suderwich-Essel bei einer Radtour


VV Suderwich-Essel bei einer Radtour



VV Suderwich-Essel bei einer Radtour



Die Elektrolok am Standort der Zeche König Ludwig IV/V


Pechhalle am Standort König Ludwig Zeche I/II/VI


Pechhalle am Standort König Ludwig Zeche I/II/VI


Suderwicher Dom von der KLT, im Vordergrund die Gewächshäuser von ehemals Rosen Sabrowski


VV Suderwich-Essel auf Radour zur Pröve Ranch, das letzte Reservat für Bergbaurelikte


Bienenfreundlicher Bewuchs an der KLT


Abfahrt von der KLT zur Schulstraße


Mond über der KLT


Das verläufige Ende der KLT in Becklem

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 27

Neue Brücke der König-Ludwig Trasse über die Röllinghäuser Straße

Gestern hatten wir einen sehr langen Bericht über die Entstehungsgeschichte der KLT.

Heute und Morgen wollen wir uns ein wenig mit den Bauarbeiten befassen, heute im speziellen mit der neuen Brücke über die Röllinghäuser Straße (Autobahnzubringer von der Suderwicher Straße zur Auffahrt Suderwich).

Am 13.07.2017 startete der Versuch der Firma Uniper, die einen großen Teil der Kosten für die Wiederherstellung der Zechenbahntrasse als Radweg getragen hatten.

Ausgangspunkt war die Notwendigkeit des Baus einer 13 km langen Fernheizleitung, die die Wärmeversorgung der Kunden sicherstellen sollte. Hierfür wurde eine Fernheiztrasse vom Kraftwerk Datteln IV nach Recklinghausen Grullbad benötigt.

Um die Anzahl der Grundstückseigentümer möglichst gering zu halten, wurde die alte Zechenbahntrasse gewählt. Leider waren hier die Brücken an der Sachsen-, Schul- und Röllinghäuser Straße und die Brücke über die Hamm-Osterfelder Brücke abgerissen worden. Ein Neubau wurde fällig! Die Firma Uniper hat ca. 60.000.000 € in den Bau der Fernheizleitung und den Radweg investiert.

Der VV hat die Bauarbeiten intensiv begleitet. Heute sind einige Fotos vom der Einsetzung der größten Brücke zu sehen. Am schwierigsten war der Bau über die Hamm-Osterfelder Eisenbahn, hier dauerte es ein knappes Jahr, bis die Genehmigung der DB AG da war. Vielleicht gibt es dazu einen eigenen Bericht.

Um 6.00 morgens ging es los, die ca. 125 t schwere Brücke sollte von 2 Autokränen der Firma Franz Bracht in Position gebracht werden. Die Arbeiten verliefen genauso wie geplant, Mittags konnte der Verkehr auf der Röllinghäuser Straße wieder laufen.

 


Morgens bei Sonnenaufgang, die Baustelle schläft noch

Passgenau gearbeitet!

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 28

Schutzhütte in der Brandheide

Die Brandheide ist für viele Suderwicher und auch Castroper Bürger ein Ort der Erholung. Hier kann man im Grünen seinen Sport ausüben, spazieren gehen und zu sich finden.

Der VV war Ende letzten Sommers mit dem zuständigen Förster, Dirk Middelmann, unterwegs. Thema war einmal der Prozessionsspinner und die trockenen Sommer. Unsere Brandheide hat bisher die beiden trockenen Sommer ganz gut überstanden, da der Grundwasserspiegel so hoch war, dass die Wurzeln der Bäume das Wasser an vielen Stellen erreichen konnten.
Die Probleme mit dem Prozessionsspinner sind bei uns leider dieselben wie woanders auch, es gibt viel zu viele davon.
Wer die breit asphaltierte Bladenhorster Straße von der A2 Richtung Emscher geht, kommt nach ein paar hundert Metern an einer Schutzhütte vorbei, die leider heute in einem erbärmlichen Zustand ist.
Aber auch diese hat ihre Geschichte.
Dieser Unterstand war früher der Treffpunkt vieler Berginvaliden, die dort in der Ruhe ihre Flasche Schlegel Bräu oder Dortmunder Union genossen. Deshalb wurde dieser Unterstand auch früher „Knappschaftszahlstelle“ genannt.
Es war der Treffpunkt der 50 m  Männer. Was bedeutet das?? Diese Bergleute wurden so genannt, weil sie wegen ihrer Steinstaublunge alle 50 m stehen bleiben mussten.
Noch ein sehr interessante Geschichte zur Brandheide:

Im Jahr 1971 wurde Theo Albrecht, der Milliadär, der mit seinem Bruder zusammen Aldi gegründet hat, entführt. Ein Teil der 7.000.000 DM, die als Lösegeld erpresst wurden, soll in der Brandheide vergraben worden sein. Die Hintergründe der Entführung wurden nie gänzlich aufgeklärt. Die beiden Kidnapper sind innerhalb weniger Wochen gestorben. Heinz Joachim Ollenburg starb am 7. Februar 2017 im Alter von 93 Jahren, sein Komplize Paul Kron, genannt „Diamanten-Paule“, hatte bereits im Januar 2017 mit 87 in einem Bochumer Pflegeheim für immer die Augen geschlossen.
Sie nahmen das Geheimnis um die verschollenen Aldi-Millionen mit ins Grab.
Wer suchen möchte, DM können immer noch in € getauscht werden ;-)
Wir hoffen, dass die Stadt in absehbarer Zeit die Möglichkeit findet, diesen Unterstand, der kaum noch verkehrssicher ist, zu restaurieren.

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 29

Graffiti an der König-Ludwig Trasse
In unserem Bericht über die König-Ludwig Trasse fehlten Bilder von der Graffiti-Wand an der Schachtanlage König Ludwig I/II/VI.
Da dieser Bereich nicht zu Suderwich gehört, hatten wir diese nicht berücksichtigt. Andererseits, wenn wir in der Geschichte ein wenig (ca. 150 Jahre) zurückgehen, stellten wir fest, dass das Grundstück, auf dem die Schachtanlage errichtet wurde, (zu der Zeit Stillbrink genannt), zum selbstständigen Amt Suderwich gehörte.
Somit werden wir heute nicht viel schreiben und einige Fotos von der Örtlichkeit veröffentlichen.
chutzhütte in der Brandheide

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Interessantes, coronafreies, aus Suderwich, Teil 30

Kornbrennerei Schlüter
In der Kornbrennerei Schlüter werden in dem denkmalgeschützten Haus, das dritte im Suderwicher Dorfkern, nach dem Haus von Sindern und der Familie Rombeck, seit mittlerweile fast 280 Jahren nach alter Tradition Spirituosen hergestellt.
Dieser Suderwicher Familienbetrieb existiert in der 9. Generation, Inhaberin ist Elisabeth Wuttke.
Neben den bekannten Produkten wie Korn, Doppelkorn, Gin und Aquavit werden auch viele Liköre produziert.
Einige haben sich vielleicht schon über den Metallring gewunderte, der wenn man den Gang zur Brennerei betritt, rechts an der Fensterbank hängt.
Hier wurden früher die Kutschen angebunden, bevor über Seilwinden in der Brücke das Korn in die Brennerei transportiert wurde.
Ein wirklich schönes Schmuckstück für den Suderwicher Dorfkern! Hoffentlich bleibt uns auch die Kastanie noch lange erhalten.


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